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Katholische Friedensbewegung pax christi
Gottesdienst zum Weltfriedenstag 2010
Gottesdienst und Begegnung in der Franziskanerkirche

Am 8. Januar 2010 versammelten sich über 90 Menschen in der Franziskanerkirche in Würzburg um ihr Interesse, ihr Gebet und ihre Sehnsucht nach Frieden und Bewahrung der Schöpfung zum Ausdruck zu bringen. Anlass war der alljährliche Weltfriedenstags mit dem Motto „Wenn du den Frieden willst, bewahre die Schöpfung“. Alljährlich ruft Papst Benedikt am Weltfriedenstag zum gemeinsamen Handeln für den Frieden der Welt auf. In diesem Jahr geschah dies in Verbindung mit dem Aufruf zur Bewahrung der Schöpfung.
Dem Gottesdienst stand Weihbischof Ulrich Boom vor, der eindrucksvoll klar machte, dass Reichtum, Macht und Ansehen nicht alles erlauben, sondern dass Gott uns verantwortlich macht den Armen, den Wehrlosen im Blick zu behalten.
Schon während des Gottesdienstes stellte die Beauftragte der Diözesanstelle „Mission, Entwicklung und Frieden“ Frau Christiane Hetterich das Hungertuch von Misereor, welches der Künstler Tony Nwachukuwu aus Nigeria gestaltet hat in den Mittelpunkt.
Die Menschheit steht an einem Scheidepunkt. Wenn wir nicht anfangen auf den Erhalt der Schöpfung zu achten, wird eine Umweltzerstörung eintreten, die das Leben unserer Kinder und Kindeskinder schwer belasten wird.
Nach der eindrucksvollen Gebetsstunde, versammelte sich der größte Teil der Besucher noch zu einem Umtrunk mit Gedankenaustausch im Refektorium der Franziskaner. Dort wurde der Film „Aufstand am Amazonas“, der 2009 vom WDR gedreht wurde, gezeigt. Der Film zeigt das Engagement einer Bürgerinitiative, die den Mut hatte, dem Aluminiumriesen Alcoa mutig die Stirn zu bieten. Alcoa beansprucht im Amazonasgebiet bei der Stadt Juruti Land, das seit Generationen der dort lebenden Bevölkerung gehört. Großflächig wurde bereits Regenwald für den Bauxitabbau gerodet. Besonders die aus Randersacker stammende Franziskanerin von Maria Stern, Sr. Brunhilde Henneberger, die seit 1961 in Brasilien tätig ist, seit 1970 in dieser Region des Amazonasgebietes, stärkte von Anfang an der Bevölkerung den Rücken im Kampf um die Rechte ihres Landes. Auch der aus Mainz stammende Priester Alfons Blumenfeld unterstützte die Menschen tatkräfig im Kampf um ihre Rechte. Der 18 Jahre dauernde Kampf der Bürgerinitiative, der sich über 9000 Menschen angeschlossen hatten, wurde im September 2009 doch mit Erfolg gekrönt. Der Bevölkerung wurden die offiziellen Besitztitel für ihr Land zugesprochen, was zur Konsequenz hat, dass der Aluminiummulti Alcoa die dortige Bevölkerung entschädigen muss. An den beiden Protagonisten Sr. Brunhilde und Pfarrer Blumenfeld zeigte der Film deutlich die Rolle der Kirche in diesem konfliktiven Umfeld auf. Seite an Seite mit den scheinbar Ohnmächtigen setzt sie sich für ihre Rechte und dadurch ein menschenwürdiges Leben ein. Die großflächige Abholzung des Regenwaldes, die Vergiftung der Flüsse und des Bodens ist jedoch irreversibel und stellt die dort ansässige Bevölkerung stets vor neue Probleme.
Die Kollekte des Gottesdienstes kommt einem Aufforstungs- und Fischzuchtprojekt von Sr. Brunhilde Henneberger zugute.
Alle, die bei der Nachbereitung des Gottesdienstes dabei waren, waren erschüttert über diese Dokumentation. So wurden bereitwillig Zettel beschriftet, in denen man einen eigenen Beitrag für den Erhalt der Schöpfung anbot. Gern wurden auch s.g. Fischführer von greenpeace angenommen, die auf die Ausbeutung der Fischbestände aufmerksam machen und zu einem bewussten Fischkauf aufrufen.
Die Veranstalter des Gottesdienstes zum Weltfriedenstag, der katholische Deutsche Frauenbund, die ökumenische Nagelkreuzinitiative, die katholische Friedensbewegung Pax Christi, die Ackermann-Gemeinde, die Gemeinschaft Sant´Égidio und der Antonia-Werr-Kreis Oberzell waren sehr dankbar, dass so viele Menschen diese Informationen bewusst aufnahmen und mit Sicherheit auch im Bekanntenkreis weitertragen.

Veröffentlicht: 28.01.2010 Monika Graef