Pax Christi

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf ist neuer Präsident der katholischen Friedensbewegung pax christi. Bei der Delegiertenversammlung am 26. Oktober 2019 ist er zum Nachfolger des früheren Fuldaer Bischofs Heinz Josef Algermissen gewählt worden. Kohlgraf machte deutlich, dass er die pax christi-Arbeit als Präsident gerne mitgestalten werde: „Wir erleben, wie fragil unsere Welt ist und wie sich gerade in den vergangenen Jahren ein Politikstil durchsetzt, der im Wesentlichen auf die Wahrung der eigenen Interessen ausgerichtet ist. Vor diesem Hintergrund bin ich von der Notwendigkeit überzeugt, dass christliche Gruppen Gerechtigkeit, Frieden und die Achtung der Menschenrechte aktiv einfordern.“

Bischof Kohlgraf hatte sich bereits im Vorfeld der Versammlung mit einem Brief an die Delegierten gewandt. Darin schreibt er: „Als Bischof stehe ich in Kontakt mit Politikern und vielen gesellschaftlichen Gruppen. Aus diesen Kontakten wird mir immer wieder deutlich, dass Demokratie ein zu gestaltender Auftrag ist, und wir als Christen und als Kirche aufgerufen sind, daran mitzuwirken. Die katholische Friedensbewegung pax christi tut dies. Denn pax christi hält - auch in der Kirche - das Bewusstsein wach, dass Friede und Versöhnung im Zentrum der Botschaft Jesu Christi stehen und dies Konsequenzen für unser Handeln im Kleinen wie im Großen haben muss.“ 

Und weiter: „Am Engagement von pax christi beeindruckt mich vor allem das intensive Bestreben, diesen Frieden Christi wirklich konkret werden zu lassen, gerade auf der Ebene der Politik. Erinnerungsarbeit, die auf Versöhnung in Gegenwart und Zukunft ausgerichtet ist, der Einsatz gegen Aufrüstung, Waffenhandel und Rüstungsexporte, der Versuch, Gewaltfreiheit und alternative Konfliktlösungen zu fördern, das anhaltend schwierige Thema der Situation in Israel und Palästina - dies sind einige Felder der Arbeit von pax christi, die mir besonders wichtig sind.“

Zuletzt war von Bischof Kohlgraf das Buch „Vergeben und Versöhnen. Erfahrungen des Glaubens - Felder des Handelns“ erschienen. Er hatte das Buch noch als Professor für Pastoraltheologie an der Katholischen Hochschule Mainz geschrieben. Es war auf Basis einer Befragung des Bundesverbandes katholischer Ehe-, Familien- und Lebensberater entstanden, die sich mit dem Vergebungsverhalten von Paaren befasst hat.

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