Eingeladen hatten die Katholische Friedensbewegung „pax christi“ und die evangelische Christusgemeinde in Aschaffenburg gemeinsam mit der Stadt Aschaffenburg. Zu Beginn wurde im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus eine Minute lang die Totenglocke geläutet. Dr. Ursula Silber von „pax christi“ und der evangelische Pfarrer Hauke Stichauer hinterfragten in ihrer gemeinsamen Ansprache die Sehnsucht, mit dem Glauben auch das Leid in der Welt erklären zu können. Vieles bleibe unerklärlich – trotz aller klugen Worte und Ratschläge. Doch„die Bibel hält die Hoffnung wach, dass Gott durchaus einen Plan mit der Welt hat“, sagte Stichauer. Silber verwies auf die Worte des Propheten Kohelet, der den Menschen mit Blick auf Leid und Unfrieden zuruft: „Nimm die guten Tage als Geschenk.“ Man solle tun, was man als richtig erkannt hat, und dabei verantwortlich leben. Pastoralreferentin i. R. Susanne Warmuth und weitere Mitglieder von „pax christi“ trugen die Fürbitten vor entzündete Kerzen als Hoffnungslichter. Im Anschluss an den Gottesdienst erinnerte der Aschaffenburger Oberbürgermeister Jürgen Herzing daran, dass es vor Ausschwitz eine Politik gab, die zu Massenmord und Rassenwahn geführt hatte. „Es ist unsere Verantwortung, dass sich so etwas nicht wiederholt.“ Dazu reichten Gedenkfeiern und Gedenkreden nicht aus. „Die Toten von Ausschwitz haben keine Stimme, aber wir alle haben ein“, betonte Herzing.
bv (POW)
Foto: Burkard Vogt (POW) | Pastoralreferentin i. R. Susanne Warmuth, Dr. Ursula Silber und Pfarrer Hauke Stichauer (von links) spendeten zum Abschluss des Gedenkgottesdienstes gemeinsam den Segen.