Pax Christi

„Aktion Aufschrei-Stoppt den Waffenhandel!“ veranstaltet vom 21.09.- 27.09.2020 eine Aktionswoche unter dem Motto „FRIEDEN BEGINNT HIER! Rüstungsexportkontrollgesetz JETZT!

Notleidenden helfen – Geflüchtete aufnehmen! Eine Initiative von pax christi.

pax christi bittet eindringlich alle Menschen guten Willens, sich aus humanitären Gründen für die Menschen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln einzusetzen. Die Lebensverhältnisse und die gesundheitliche Versorgung in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln sind katastrophal und unmenschlich. Sie gefährden nicht nur das Leben der Geflüchteten, sie beschädigen auch die humanistischen Grundlagen der Europäischen Union und damit für jeden einzelnen Europäer*in.

Wir alle sind aufgerufen, dafür zu sorgen, dass die Notleidenden so schnell wie möglich in Deutschland aufgenommen werden. Kein Mensch sollte das Weihnachtsfest 2020 in diesen völlig überfüllten Elendsquartieren erleben müssen. Deutschland hat die Aufnahmekapazitäten und die finanziellen und personellen Kapazitäten, diese Menschen aufzunehmen. Bundesländer, Landkreise und Städte haben sich schon von sich aus bereiterklärt, Menschen aus den Flüchtlingslagern bei sich unterzubringen.

"Die Bundesregierung muss handeln und zwar jetzt, um dieses Leiden und Sterben auf europäischem Boden endlich zu beenden", fordert der Vorsitzende von pax christi Würzburg Jürgen Herberich.

Am 8. September 2020 ist Bernhard Kullmann nach kurzer und schwerer Krankheit friedlich eingeschlafen. Der pax christi Diözesanverband Würzburg trauert um sein langjähriges Mitglied, seinen ehemaligen Vorsitzenden und – zusammen mit seiner Frau Beate Kullmann – Sprecher der pax christi-Gruppe Aschaffenburg.

Sein freundliches und ausgeglichenes Wesen, seine in pax christi verankerte Haltung für gewaltfreies Handeln und seine Menschenfreundlichkeit brachte er auch in seinem beruflichen Engagement ein – was bei seinem Ausscheiden aus dem Schuldienst im Juni 2020 ausdrückliche Erwähnung fand. Auch in den pax christi-Vorstandssitzungen haben wir das immer wieder spüren dürfen.

Bei der Gestaltung des Friedensweges im Jahr 2017 in Aschaffenburg war es ihm ein Anliegen, auf die geschichtlichen und gegenwärtigen Zeichen und Situationen aufmerksam zu machen und so Frieden und Unfrieden in der Welt zu entdecken und im Innehalten den Geist des Friedens wahrzunehmen.

Aus seinen Beiträgen im pax christi-Rundbrief war spürbar, dass für ihn – wie er es für den pax christi-Flyer formulierte – „Frieden schaffen die erste und wertvollste Option für die Zukunft der Menschheit“ war.

pax christi ist sich gewiss, dass Bernhard Kullmann, der sich zeitlebens für den irdischen Frieden engagiert hat, die Seligpreisung Jesu gilt: „Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.“ (Mt 5,9)

Jeweils montags finden um 19 Uhr in der evangelischen Friedenskirche in Rottendorf (Jahnstraße) ökumenische Friedensgebete statt.

  • 21. September: Hiroshima mahnt
  • 28. September: Weltkindertag

Bitte Mund-/Nasenschutz mitbringen!

Friedensweg in Bad Neustadt in diesem Jahr unter Einhaltung der Präventionsvorschriften.

„Denn ohne Erinnerung verlieren wir unsere Zukunft“, sagte Frank-Walter Steinmeier zum 75. Jahrestag der Befreiung am 8. Mai. Es ist dies ein durchgängiges „Thema“ unserer nun schon 30 (!) Friedenswege und es gibt vieles in diesem denkwürdigen Jahr zu erinnern. Aber nur noch wenige Menschen können uns aus eigenem Erleben sagen, was Krieg, Nationalsozialismus und Holocoust bedeuten.
Vielleicht hätte es der frühere Pfarrer von Bad Neustadt, das pax christi-Mitglied Josef Wirth, gekonnt, dessen Kriegstagebuch mir, Heinrich Joe Balling, in die Hände gespielt wurde. Josef Wirth ist im Herbst des letzten Jahres gestorben. Aber es gibt in Bad Neustadt Denkmäler, viele von dem Künstler Wilhelm Uhlig, die wir zum Sprechen bringen wollen.

Um den Friedensweg auch heuer anbieten zu können, müssen wir die Präventions-Vorschriften einhalten und haben deswegen auch seine Form geändert. Nur wenn die Bedingungen bis zum 3. Oktober wesentlich verschärft werden, muss er ausfallen. Es ist deswegen kurz zuvor ein Blick auf die pax chrtisti-Homepage bzw. in die Presse ratsam.

Treffpunkt und zentraler Punkt für die Durchführung wird der Alois-Friedrich-Platz (Kirchplatz vor der Stadtpfarrkirche, Nähe Marktplatz) sein. Dort steht auch der Konzils- bzw. Friedensbrunnen.
Die einzelnen Stationen in der Innenstadt werden wir – unter Einhaltung der AHA-Regeln - in Form eines Spazierganges ohne Gesang etc. besuchen. Dort bleibt jeweils genügend Zeit für Information und Gebet. Die letzte Station ist wieder auf dem Kirchplatz. Zum Gedankenaustausch sind alle Teilnehmer bei Kaffee oder Tee herzlich ins Pfarrzentrum eingeladen (Maske nicht vergessen! Für den Fußweg zum Bahnhof muss man 20 Minuten einkalkulieren.)

  • Friedensweg am 3. Oktober 2020 von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr in Bad Neustadt.
  • Treffpunkt auf dem Pfarrer-Alois-Friedrich-Platz an der Kirche Mariä Himmelfahrt.
  • Der diesjährige Friedensweg wird mit dem BDKJ Regionalverband Rhön-Grabfeld durchgeführt.

Plakat Friedensweg 2020 herunterladen

Heinrich Joe Balling für die pax christi-Gruppe Main-Rhön

In einer Erklärung des pax christi-Präsidenten, Bischof Peter Kohlgraf, anlässlich des 75. Gedenkens der Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 2020 fordert pax christi den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen.

Vor 75 Jahren, am 6. und 9. August 1945 fielen die amerikanischen Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. Sie rissen mehr als 200.000 Menschen in einen unvorstellbar grausamen Tod, die Überlebenden litten ihr Leben lang unter der nuklearen Verseuchung wie unter den psychischen Folgen, beide Städte wurden fast vollständig ausgelöscht.

Wir gedenken der unzähligen Opfer dieses furchtbaren Angriffs vor 75 Jahren. Und zugleich müssen wir uns vor Augen führen: Die Bedrohung der Menschheit durch Atomwaffen ist auch heute grausame Realität. Jede der heute existierenden Atomwaffen hat das mehrfache Vernichtungspotential der Hiroshima-Bombe und bedroht alles Leben auf der Erde. Die Menschen, die im August 1945 in Hiroshima und Nagasaki ihr Leben verloren, mahnen uns alle eindringlich, für Abrüstung und für eine Welt ohne Atomwaffen einzutreten.

Die katholische Friedensbewegung pax christi Deutschland fordert – gemeinsam mit einem breiten Bündnis christlicher Kirchen, Religionsgemeinschaften und Friedensvereinigungen – Atomwaffen international zu ächten. An die Bundesregierung ergeht unsere Aufforderung, den Atomwaffenverbotsvertrags der Vereinten Nationen zu unterzeichnen.

Bis zum Jahr 2020, noch zu Lebzeiten wenigstens einiger Überlebender der Angriffe von 1945, eine atomwaffenfreie Welt zu schaffen – das war das Ziel einer breiten internationalen Kampagne, die der Zusammenschluss „Mayors for peace“ („Bürgermeister für den Frieden“) im Jahr 2003 in Hiroshima angestoßen hat und in der die internationale pax christi-Bewegung aktiv mitarbeitet.

Eine atomwaffenfreie Welt im Jahr 2020 haben wir nicht erreicht. Doch vor drei Jahren mündete die Initiative in den Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen, der die Ächtung aller Atomwaffen mit dem Verbot der Herstellung und des Besitzes in kurzer Frist festschreibt. Wir setzen jetzt die Hoffnung darauf, dass im Jahr 2020 die Zahl von 50 Staaten erreicht wird, die den Verbotsvertrag ratifizieren, damit Verbot und die Ächtung von Atomwaffen als Internationales Recht in Kraft treten.

Mit unserem Bemühen stehen wir an der Seite von Papst Franziskus, der im vergangenen Jahr die Gedenkstätten in Hiroshima und Nagasaki aufgesucht hat. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit hat er mit bewegenden Worten der Opfer gedacht und unmissverständlich die Existenz und den Besitz von Atomwaffen für unmoralisch erklärt: „Aus tiefer Überzeugung möchte ich bekräftigen, dass der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken heute mehr denn je ein Verbrechen ist nicht nur gegen den Menschen und seine Würde, sondern auch gegen jede Zukunftsmöglichkeit in unserem gemeinsamen Haus. Der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken ist unmoralisch, wie ebenso der Besitz von Atomwaffen unmoralisch ist“.

Weiter mahnt Papst Franziskus: „Wenn wir tatsächlich eine gerechtere und sicherere Gesellschaft aufbauen wollen, müssen wir die Waffen aus unseren Händen legen“. (…) Wenn wir der Logik der Waffen nachgeben und uns von der Praxis des Dialogs entfernen, vergessen wir tragischerweise, dass die Waffen, noch bevor sie Opfer fordern und Zerstörung bewirken, böse Szenarien hervorrufen können (…). Wie können wir Frieden anbieten, wenn wir beständig die Drohung eines Atomkrieges als legitimes Mittel zur Konfliktlösung einsetzen? (…) Der wahre Friede kann nur ein waffenloser Friede sein“.

Die Realität ist eine andere: De facto setzen die deutsche Bundesregierung und das NATO-Bündnis weiter auf Abschreckung und halten an der Überzeugung fest, durch die Drohung mit den Massenvernichtungswaffen den Frieden erhalten zu können. Deutschland ist in die nukleare Teilhabe eingebunden, die die Mitarbeit am Einsatz von Atombomben durch die deutsche Bundeswehr bedeutet. Geplant ist die Erneuerung der in Deutschland stationierten amerikanischen Atomwaffen und die Anschaffung neuer Kampfjets für den Abwurf dieser Atombomben.

Dem stehen jedoch auch völkerrechtliche Vereinbarungen entgegen: Der Atomwaffensperrvertrag von 1968, in dem sich die fünf offiziellen Atommächte zur vollständigen nuklearen Abrüstung unter internationaler Kontrolle verpflichten und die anderen Unterzeichnerstaaten auf den Erwerb von Atomwaffen verzichten. Das Gutachten des Internationale Gerichtshof von Den Haag (IGH) von 1996, das feststellt: „Die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen verstoßen generell gegen die Prinzipien und Regeln des humanitären Kriegsvölkerrechts.“ (Ziff. 105 (2) D).

Als pax christi-Bewegung stellen wir uns der Politik der atomaren Abschreckung, der Aufrüstung und der nuklearen Teilhabe entgegen. Wir bauen dabei auf den Friedenswillen und die Sehnsucht der Menschheitsfamilie nach Friede: „Einer der tiefsten Wünsche des menschlichen Herzens ist der nach Frieden und Stabilität“, sagt Papst Franziskus vor dem Friedensdenkmal in Nagasaki im November 2019. Zugleich deutet der Papst den Weg an, der zu diesem Frieden führt: „Der Frieden und die internationale Stabilität (…) sind nur möglich im Anschluss an eine globale Ethik der Solidarität und Zusammenarbeit im Dienst an einer Zukunft, die von der Interdependenz und Mitverantwortlichkeit innerhalb der ganzen Menschheitsfamilie von heute und morgen gestaltet wird. “

Am 75. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki gedenken wir der Opfer dieses Grauens. Und wir mahnen: Die Drohung mit der Vernichtung des Lebens durch Atomwaffen kann kein Synonym für Frieden sein. Der Verzicht auf die Abschreckungslogik der Atomwaffen und der Wille zu Vertrauensbildung und Abrüstung sind die Orientierungspunkte einer Friedenslogik der Zukunft.

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